Alles zum Thema Parfüm

19. Juli 2011

Lifestyle, Scent

Ein Blick zurück auf Chanel

Ich bin kein Mensch, der oft zurück schaut. Dafür habe ich ein zu großes Interesse am Augenblick – und daran, wohin die Reise des Lebens noch geht. Aber selten heißt nicht nie. Neulich bekam ich zum Beispiel von der Chanel-Pressestelle eine Nachricht, die meinen Blick in die Vergangenheit lenkte. Ich war in den Zwanzigern, als ich mir zwei, drei Parfüms zulegte, die mich durch das Erwachsenwerden begleiten sollten, eine Phase, in der Liebe und Geborgenheit plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr waren. Meine neuen besten und lange Zeit treuen Freunde waren damals Jean-Louis Scherrer 2, Femme von Rochas und Chanel No 19. Weiterlesen »

19. Januar 2011

Scent

Issey Miyakes L’Eau D’Issey treibt neue Blüten

L’Eau D’Issey erblickte das Licht der Parfümerien zum ersten Mal in 1992. Ich kann mich noch an die Welle der Aufmerksamkeit erinnern, die diesem Duft zuteil wurde. Und kann mich an kaum eine mir bekannte Frau erinnern, die zu dieser ungewöhnlichen Kreation von Issey Miyake keine Meinung gehabt hatte. Die meisten Urteile fielen überaus positiv aus. Das erklärt wohl den Erfolg und die Kontinuität dieses Dufts an einem Markt, der jährlich über 1000 Neuvorstellungen verkraften muss. Hier überlebt selbst mittelfristig nur, was nachhaltig überzeugt. Weiterlesen »

21. Mai 2010

Anti Aging

Lolita Lempickas Märchenwasser

Natürlich sind wie immer Zitrusfrische und Hölzer im Spiel, auch wenn Lolita Lempicka ein Eau de Toilette für den Mann kreiert. Die Mehrzahl der Männer ist schließlich wenig flexibel, wenn es um die eigene Beduftung geht. Man kauft, wonach man zu duften wünscht (und wen man mit diesem Odeur darstellen möchte, wenn man die psychologische Komponente männlichen Parfüm-Kaufverhaltens einmal nennen will). Und das soll bitteschön Frische ausstrahlen, Markanz besitzen, männlich sein – darf also auf gar keinen Fall übermäßig weibisch sein.

Und dennoch hat LL es geschafft, in Leau Au Masculin eine sehr traditionelle Duftnote einzubauen: das Veilchen. Okay, es ist der Wahrheit halber Veilchenholz – aber genau das sorgt dafür, dass diesen Duft sowohl Männer akzeptieren als auch Frauen tragen werden! Zur Kreation gesellen sich noch rosa Pfeffer, Zitronenverbene, Jasmin und Olivenholz – was diesen Akkord gleichsam intensiv würzig, frisch und elegant erklingen lässt.

Mein Mann trägt ihn bereits, und ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen.

Für Frauen lässt Lolita Lempicka schon etwas früher, nämlich ab Juni eine sommerliche Veilchen-Variante erblühen: Eau du Désir schafft den Sprung von der in Vergessenheit geratenen Veilchennote, wie man sie aus Ömchens Boudoir erinnert, zu einer äußerst zarten, durch die Verbindung mit Zitrone und Verbena erzielten Modernität. Ein Duft wie ein Spitzennegligé – aber ohne billige Schwülstigkeit.

Lolita Lempicka L’Eau Au Masulin, EdT 50 ml 43 €, 100 ml 62 €. Ab Juli im exklusiven Fachhandel.

Lolita Lempicka Eau du Désir, EdT Spray, limitiert, 100 ml, 75 €. Ab Juni im exklusiven Fachhandel.

19. April 2010

Anti Aging

Guerlain entführt ins Duft-Reich von Flora Nymphea

Ganze 22 Aqua Allegoria hat das Dufthaus Guerlain bereits in die Welt hinausgeschickt, jedes davon mit einer anderen olfaktorischen Botschaft und Geschichte. Für die jüngste jährliche Ergänzung, Aqua Allegoria Flora Nymphéa, erzählt die Autorin und Chanson-Sängerin Olivia Ruiz von einer jungen Frau, die durch eine Metamorphose als Nymphe eine poetische Flora zum Leben erweckt. Seringblüte (eine leicht Orangenblüten-ähnliche Note), Orangenblüte und Honig ergeben eine zarte, feminine Komposition, die in der Tradition vergangener Aqua Allegorias und im Gegensatz zu komplexen Parfums eher natürlich statt kunstvoll, zugänglich statt polarisierend daherkommt.

Zum Konzept dieser Linie, deren erste Kreationen noch Jean-Paul Guerlain persönlich verantwortete und für die nun Guerlains Haus-Parfümeur Thierry Wasser zuständig ist, gehören ihr sehr persönlicher Ursprung und die Umsetzung als leichtes Odeur. Das hat schon bei vielen, heute leider nicht mehr produzierten Vorgänger-Düften erfolgreich funktioniert; manche werden mir fehlen, andere weniger.

Dieser Saison-Zugang hat neben den noch bestehenden – Pampelune (okay …), Herba Fresca (schön), Mandarine Basilic (sehr schön) und Tiaré Mimosa (für Tiaré-Freunde) – das Zeug, uns den Sommer genau dann zu holen, wenn er mal eben abhanden kommt, zum Beispiel eine Regenpause macht oder hinter einer Vukanwolke verschwindet.

Guerlain Aqua Allegoria Flora Nymphéa, ab Mai, ca. 49 €

14. März 2010

Anti Aging

FRÜHLINGSDÜFTE: Maison Martin Margiela untitled

Grün!

Grün!

Das Modehaus Maison Martin Margiela ist bekannt für das kompromisslos Andere, und vom ersten Parfüm unter diesem Label soll man nichts anderes als das erwarten. Beissender Galban- und bitterer Buchsbaum, Mastixstrauch und harziger Weihrauch, abgeschmeckt mit frischer Pomeranze – die Rezeptur von Givaudan-Parfümeurin Daniela Andrier (zwei hervorragende Armani-Privé-Odeurs stammen von ihr ebenso wie viele der Prada-Düfte, darunter die neuen Infusion-Kreationen) ist so erfrischend wie ungewöhnlich.

Martin Margiela, der sich als Designer seiner Marke nicht interviewen oder ablichten ließ, ist offiziell seit vergangenem Jahr, in Wahrheit schon seit drei Jahren nicht mehr für die Mode der Marke zuständig, sie ist heute im Mehrheitsbesitz von Diesel und atmet dadurch mehr das Marktverständnis eines Renzo Rosso als die künstlerische Extravaganz des Belgiers Margiela. Die Mode entwirft nun ein 20-köpfiges Designteam, Art Director der Rosso-Modegruppe ist mit Bruno Collin ein ehemaliger Magazin-Moderedakteur. Denn Mode, befindet Herr Rosso, muss vor allem auch verkaufen. „Dem Käufer ist es egal“, hat Ross in einem Interview gesagt, der wolle „lediglich das richtige Produkt zur richtigen Zeit“.

Hier kommt auch der Duft ins Spiel, der inzwischen zur Sonderausstattung jedes Modelabels gehört. Dieser in Lizenz mit L’Oréal entstandene verbindet gefällig die Kantigkeit des Namens Margiela mit der Trendyness von Diesel. Seine nüchterne, fast apothekenhafte Aufmachung ist zugleich zeitlos und zeitgemäß, der Name „untitled“ zollt dem speziellen Image des Hauses Tribut, hinter dem nun 20 den ehemals einen „Unbekannten“ ersetzt haben.

Maison Martin Margiela, untitled, Eau de Parfum 30 ml, ca. 53 €, 50 ml, ca. 73 €, 75 ml ca. 93 €