FRÜHLINGSDÜFTE: Maison Martin Margiela untitled

  • Alke 
Grün!

Grün!

Das Modehaus Maison Martin Margiela ist bekannt für das kompromisslos Andere, und vom ersten Parfüm unter diesem Label soll man nichts anderes als das erwarten. Beissender Galban- und bitterer Buchsbaum, Mastixstrauch und harziger Weihrauch, abgeschmeckt mit frischer Pomeranze – die Rezeptur von Givaudan-Parfümeurin Daniela Andrier (zwei hervorragende Armani-Privé-Odeurs stammen von ihr ebenso wie viele der Prada-Düfte, darunter die neuen Infusion-Kreationen) ist so erfrischend wie ungewöhnlich.

Martin Margiela, der sich als Designer seiner Marke nicht interviewen oder ablichten ließ, ist offiziell seit vergangenem Jahr, in Wahrheit schon seit drei Jahren nicht mehr für die Mode der Marke zuständig, sie ist heute im Mehrheitsbesitz von Diesel und atmet dadurch mehr das Marktverständnis eines Renzo Rosso als die künstlerische Extravaganz des Belgiers Margiela. Die Mode entwirft nun ein 20-köpfiges Designteam, Art Director der Rosso-Modegruppe ist mit Bruno Collin ein ehemaliger Magazin-Moderedakteur. Denn Mode, befindet Herr Rosso, muss vor allem auch verkaufen. „Dem Käufer ist es egal“, hat Ross in einem Interview gesagt, der wolle „lediglich das richtige Produkt zur richtigen Zeit“.

Hier kommt auch der Duft ins Spiel, der inzwischen zur Sonderausstattung jedes Modelabels gehört. Dieser in Lizenz mit L’Oréal entstandene verbindet gefällig die Kantigkeit des Namens Margiela mit der Trendyness von Diesel. Seine nüchterne, fast apothekenhafte Aufmachung ist zugleich zeitlos und zeitgemäß, der Name „untitled“ zollt dem speziellen Image des Hauses Tribut, hinter dem nun 20 den ehemals einen „Unbekannten“ ersetzt haben.

Maison Martin Margiela, untitled, Eau de Parfum 30 ml, ca. 53 €, 50 ml, ca. 73 €, 75 ml ca. 93 €

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