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So frisch, da steht sogar ein Verfallsdatum drauf

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Es ist ja so verdammt hip und cool und trendy, Ökokosmetik zu machen / kaufen / benutzen, dass es interessanter Weise kaum eine Serie gibt, die es schafft, auch noch halbwegs kostengünstig zu sein. Dass Naturkosmetik, die den ganzen Weg geht, also ernsthaft Rohstoffe beinhaltet, die in ihrer Wirkung und Verträglichkeit erforscht, geprüft, zertifiziert sind sowie und möglichst von glücklichen Wiesen und Sträuchern stammen, dass also diese Art Kosmetik nicht billig in den Handel kommt, ist überaus nachvollziehbar. Ich würde sogar so weit gehen: Naturkosmetik, die billig ist, hängt irgendwie der Ruch von Unglaubwürdigkeit an.

Inzwischen erobern vor allem englische Öko-Pflegemarken deutsche Parfümerieregale: darunter so hinreissend schöne Produkte wie die von The Organic Pharmacy, Ila-Spa oder der Neueinsteiger – zumindest als Online-Shopping-Option – Pai Skincare. Zugegeben, von denen ist keine unter „Günstig“ einzuordnen. Aber es macht schon ein Unterschied, ob man sich (über White Whisp) einen Cleanser von Ila für 46 € kauft (200 ml), den von Pai Skincare, in einer fast identischen Preislage – oder etwa von The Organic Pharmacy, deren Gesichtsreinigungen zwischen 50 bs 70 Euro kosten (bei Greenglam).

Denn die Liebe und Hingabe an die Aufgabe, die Pflege heutzutage leisten muss und kann (dazu zählt unbedingt der Aspekt Nachhaltigkeit) sind diesen Marken in aller Regel gemein. So sind zum Beispiel die drei genannten von Frauen ins Leben gerufen, die es sich zur Lebensaufgabe und Mission gemacht haben, eine Kosmetik anzubieten, die so organisch wie möglich und frei von künstlichen Zusatzstoffen und Chemikalien hergestellt wird, deren Inhaltsstoffe natürlich, größtenteils biologisch angebaut sind und die ohne Tierversuche entstehen. Dabei kommen durchaus so gern im Scherz gesagte Erntemethoden vor wie: bei Vollmond mit der Hand gepflückt … Kein Scherz.

Was mir am Web-Auftritt von Pai Skincare positiv aufgefallen ist: der Informationsgehalt zu den Inhaltsstoffen, die eben nicht verwendet werden – von anderen „organic skincare“-Marken aber teilweise schon. Gerade weil Konsumentinnen die INCI, die Inhaltsangabe für jedes Kosmetikerzeugnis, nicht verstehen ohne Abschluss eines Chemiestudiums, ist diese Hilfestellung ein kleiner Segen.

Da nicht jede Haut mit den organischen Kräuteressenzen und Ölen, die in Naturkosmetik Verwendung finden, zurecht kommt, empfehle ich eine intensive Beschäftigung mit dem Thema, bevor man sich für eine dieser Linien entscheidet. Oder für eine andere der vielen neuen, großartigen Naturkosmetikserien, die hier gerade keinen Platz gefunden haben.