26. November 2009

Locations

Wahrscheinlich waren’s die Vegetarier

Im Norden Australiens, wo das Leben warm und gemächlich zu sein scheint, wo der Gedanke vieler Touristen, hierher sollte man auswandern, um es ebenfalls hübsch warm und gemächlich zu haben, ihr größter gemeinsamer Nenner ist – an diesem Ort herrscht Terror. Terror einer Art und Weise, die Gerüchten zufolge bereits Frank Schätzing alarmiert haben soll. Der könnte sich zurzeit seinen Weg gegen den Strom flüchtender Anwohner und Besucher bahnen, um eine Tierart beim Marodieren zu beobachten, die bislang zu Unrecht für besonders geduldig gehalten wurde.

terrorkamel
Das Kamel, ein einst als Gastarbeiter nach Australien verbrachtes Tier und somit anders als das Känguruh ohne angestammte Rechte, konnte sich in der Gegend um Darwin erfolgreich vermehren und sich außerdem des Zugriffs von Liebhabern des unter Aussies weltberühmten „Camel Shnitzel“ erwehren. Eine geschätzte Population von einer Million Tiere bevölkert als weltgrößte Kamelherde das Outback, und zumindest von zirka 6000 besonders durstigen Kreaturen ist jetzt bekannt geworden, dass sie die Ortschaft Dock River belagern, auf der Suche nach Wasser. In Gruppen stehen sie vor den Häusern der Einwohner, strecken ihre Köpfe durch fahrlässig offen stehende Fenster und richten jüngere Generationen bereits darauf ab, die Drehknäufe der Türen selber zu betätigen, sofern man ihnen allein auf freundliches Belagern hin noch keinen Eintritt gewährt.

Damit die Menschen in Dock River wieder ihr entspanntes Outdoor living mit viel Barbecue und noch mehr Bier wieder aufnehmen können, möchten die lokalen Verantwortlichen für Recht und Ordnung die Kamele mit Hubschraubern des Menschenortes verweisen, um sie im Outback dann in großen Mengen zu erschießen und zur Verwesung liegen zu lassen. Das scheint selbstverständlich die beste Idee zu sein, die man haben kann, wenn man Australier ist. Vielleicht aber wird Herr Schätzing noch intervenieren und mahnend darauf hinweisen, dass durch die großen Mengen toten Fleischs die Zahl benachbarter Geier und Dingos, Würmer und Fliegen signifikant ansteigen wird. Und aus denen wird sich beim besten Willen kein Schnitzel mehr zaubern lassen. Wer trotzdem noch auswandern möchte, sollte sich entsprechend mit übergroßen Fliegenklatschen ausrüsten. Türen mit Kartensystem wären auch keine schlechte Idee.

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