Bekenntnisse eines Zuckerjunkies

22. Februar 2010
Rettet die Pralinés. Copyright: Mike Bannon

Rettet die Pralinés. Copyright: Mike Bannon

Seit der Gatte vorgestern Abend quite zynisch den Kühlschrank mit 4 Danone-Sahne-Töpfchen bitterzart, 2 Rittersport-Schokoladen, 4 x honiggesüßtem Griechischen Yoghurt, 24 Schoko Strolchen und einer Großpackung Caféeis Wiener Melange verstopft hat, läuft mein Ernährungsrebell endlich Sturm gegen den inneren Süßigkeiten-Junkie. Und diktiert fürs Erste wie folgt, was er auf vogue.de über  Modeldiäten aufgeschnappt hat:

ZUTATEN FÜR EINE WOCHE:

1 Esslöffel Olivenöl

1 Suppenwürfel

1 Esslöffel Salz

12 frische Tomaten

1 große Sellerieknolle

1 großen Kopf Weißkohl

1 Kilo grüne Bohnen

2 grüne Paprikaschoten

1 Kilo Karotten

6 große Zwiebeln

Pfeffer, Paprika und Kräuter

REZEPT:

Zwiebeln in Würfel schneiden und in Olivenöl glasig dünsten. Sellerie, Kohl, Paprika, Bohnen, Tomaten und Karotten in kleine Stücke schneiden und zu den Zwiebeln geben. Kurz andünsten und dann mit Wasser aufgießen bis die Zutaten bedeckt sind. Den Suppenwürfel und einen gehäuften Esslöffel Salz dazu geben. Zehn Minuten kochen lassen, dann auf kleiner Flamme garen lassen bis das Gemüse weich ist. Anschließend nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Paprika und den Kräutern abschmecken.

DER DIÄT-PLAN

1. Tag

Suppe und Obst (keine Bananen)

2. Tag

Suppe und Gemüse, mittags eine Kartoffel mit Butter (kein Obst)

3. Tag

Suppe, Gemüse und Früchte so viel man will (keine Kartoffeln)

4. Tag

Suppe und mindestens drei Bananen und fettarme Milch

5. Tag

Suppe und 250 g Hühnchen (ohne Haut), Fisch oder Rind und 6 Tomaten

6. Tag

Suppe, Gemüse und Fleisch so viel man will (keine Kartoffeln)

7. Tag

Suppe, Gemüse und brauner Reis; ungesüßter Fruchtsaft

Ich werde, so mir die Kraft dafür gegeben ist, über erwähnenswerte Erfahrungen berichten. Oder aber ich falle gleich in eine Fasten-Trance, vorausgesetzt, es stellen sich endlich ein paar mehr Plus-Celsiusgrade ein. Mit diesem leckeren Giften jedenfalls geht das so nicht weiter!

Die Suppe hat zur Strafe der Gatte kochen müssen.

Jung, mollig, modisch sucht …

19. Juni 2009

Ditto sei Dank, die Mode kommt in Wallung.

Seit es die Lifestyle-Gazetten allüberall für wichtig halten, nicht mehr nur Amys Exzessen, Jennifers Single-Tränchen oder Angelinas Kindergeschrei hinterher zu berichten, sondern ihr Augenmerk außerdem auf eine stark übergewichtige Sängerin mit geringer Selbstdarstellungsbarriere und gleichgeschlechtlichen Beziehungsvorlieben zu richten (Achtung, provokant …), ist big also angeblich beautiful. Beth Ditto surft gerade von Modenschauen über Titelblätter bis Papparazzi-Beliebtheit auf der ganz großen Welle. Ich glaube ja nicht an Zufälle und tippe beim Thema Super-Size-Trend ja eher auf eine gewisse Unvermeidbarkeit – wo doch die wenig organismusfreundlichen Ernährungsgewohnheiten der modernen West-Welt sich offenbar nicht mehr dahingehend korrigieren lassen, dass für Bewegung statt Fernseher, Nahrung statt Snacks und andere nachhaltige Umdenk-Manöver noch ein größeres Publikum zu begeistern ist. Im Gegenteil: Massive Entfremdungsphänomene, den eigenen Körper und das Selbst betreffend, zeitigen nun auch am Modemarkt sichtbare Konsequenzen.

So berichtet die International Herald Tribune von einer prinzipiell natürlich freundlich zu begrüßenden Zunahme an modischer Garderobe für die gehobeneren Konfektionsgrößen. Angeführt von einer Special-Interest-Kollektion besagter Frau Ditto – eine Art Gegenentwurf zu Kate Moss’ Aktivitäten bei Topshop und online ab dem 9. Juli zugänglich über deren Plus-Size-Tochtermarke Evans –, ziehen vor allem in den USA bereits diverse Textilunternehmen nach. Aber wenn denn die Devise lauten soll: “Stärkt das Selbstbild stark gebauter Frauen” – können da rosa Leggings oder kreischige Punk-T-Shirts ernsthaft als medium du jour gelten? Ein Outfit Look Eine Kombination, in der noch ganz anders konfektionierte Frauen schlimm ausehen? Ein Jahr schneller als Beth, dafür um Lichtjahre langweiliger war die in allen Übergewichtsfragen unvermeidliche Auskunftsinstanz Tine Wittler. Sie enthüllte schon 2008 ihre Ideen, wie man sein Moppel-Ich stylischer verpacken könnte. Haben Sie gar nicht mitbekommen? Das habe ich mir beim Anblick der ausnehmend folkloristischen Wittlerschen Wallewalle-Vorschläge schon gedacht.

Ganz ehrlich: Das Zeug ist so demonstrativ kreischfröhlich (Ich fühl mich gut … Sie wissen schon), da bleibt man doch lieber gespannt auf Beth, die Punk-Klamotte und den 9. Juli.

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