Es ist nicht ganz falsch zu behaupten, dass in diesen Zeiten sich viele Menschen derart unerschütterlich und über jeden Zweifel erhaben an ihre Bürostühle krallen, als gäbe er allein ihrem Leben Ziel und Sinn. Auch solch Irregeleiteten muss hin und wieder etwas Freude vergönnt sein, und so stelle ich ihnen hier ein kleines Juwel vor, das zu charmant ist, um nicht ihre nächste Geburtstagsliste anzuführen: Dieser ungewöhnliche Designerbürostuhl-Schmuck (Eames!) dokumentiert wie kaum ein zweites Accessoire den unbedingten Willen, das steinerne Commitement zum Lebensentwurf ”Schreibtisch”. Tragen Sie es im Meeting, beim Mitarbeitergespräch, lassen Sie es beim Power Lunch willkürlich blitzen: In 10 Karat Gold gefertigt für 1600 Kanadische Dollar (1115 €), möchte Ihnen dieses unvergängliche Karriere-Statement ein Beförderungstalisman bis zum letzten Burn-out sein. Sogar das heute so dringend geforderte Quentchen (leider gibt es davon kein weiteres Diminutiv) Wohltätigkeit erledigen Sie beim Kauf über den kanadischen Hersteller Bruxe aus Montreal supereffizient en passant: 10 der 1600 Dollar gehen an ein Spendenprojekt in Haiti.
Über den freundlichen Newsletter-Service von moderncat.com moderncat.net (Danke, oh wissender Kommentator!) kam mal wieder eilig eine Designmeldung herein, die ich der Biest-Öffentlichkeit nicht vorenthalte:
Geschmackssichere Krallenschärfer-Varianten (Mitte) oder Sisal-Getier zum felinen Reitvergnügen (rechts) sehen durchaus aus, als ob ein Mensch mit ihnen leben könnte. Dem steht höchstens der Preis im Weg, denn so ein Reittier kostet reichlich Dollar. Hersteller ist die US-amerikanische Designfirma The Company of Pets, die sich Idee und Anfertigung solcher Wohnaccessoires mit 300 $ (der Scratcher) respektive 1200 $ für das Hottepferdchen bezahlen lässt. Warum ich übrigens auf den Stuhl (links) nicht weiter eingehe, bedarf bei der Designverirrung hoffentlich keiner weiteren Erklärung.
Speziell beim Pferdchen aber kommt man, vorausgesetzt, man ist mit ein wenig handwerklichem Know how sowie einer großen Rolle Sisalband ausgerüstet, auf Ideen! Do it yourself liegt gerade derart schwer im Trend, dass man sich sowieso wundert, warum dafür zum Beispiel immer noch kein schickes, modernes Nischen-Magazin am Kiosk liegt. Wenn sogar so’n Quatsch wie “Business Punk” einen Verleger findet.
Ich brauche eine neue Lampe. Sowas merkt man gern im Herbst, weil einfach häufiger ein Licht zur Hilfe eilen muss. Und weil Licht ein meist sträflich vernachlässigtes Einrichtungselement ist, habe ich große Schwierigkeiten, mir bei anderen, zum Beispiel Freunden, genau jene Lampe abzuschauen, die es für meinen Küchentisch sein sollte.
Deshalb fahnde ich seit mindestens einem Monat nach der Pendellampe aller Pendellampen, und bin leider inzwischen fixiert auf eine momentan unbezahlbare: die PXL von Fredrik Mattson. Interessant, oder nicht, dass Skandinavien all jene Designer hervor zu bringen scheint, mit denen man mindestens aus Kostengründen bevorzugt eng verwandt wäre?!
Seit gefühlten fünf Jahren ist aus dem Schuh ein Stiefel geworden. Früher hatte ich ein Paar Stiefel, vielleicht zwei, die brauchte ich für Herbst und Winter und gut war’s. Inzwischen verstopfen bei mir inklusive tolle Tretorn-for H&M-Gummistiefel bestimmt ein Dutzend Stiefel den Schrank, die für die Sommermonate eingerechnet, und auf dem Dachboden warten locker drei, vier, fünf weitere Modelle darauf, bald wieder in Mode zu kommen.
Das wäre ja alles fein, wenn sich die Lagerung von Stiefeln nicht so dämlich platzintensiv gestalten würde. Und deshalb frage ich, was treiben eigentlich die ganzen vielen Designer so, von denen es angeblich mehr gibt, als Ikea und Italien gemeinsam in Lohn und Brot halten können? Wer von ihnen erfindet endlich nicht den x-ten Schuhschrank (obwohl die sehr wohl auch schöner aussehen können, als es die meisten tun), sondern den ultimativ schicken Stiefelschrank?? Da ich bislang nichts Anständiges gefunden habe, wäre es schön, wenn hier ein paar verwertbare Kommentare zum Thema rein kämen. Das Stolpern über Stulpenstiefel darf keine Option für noch einen Winter mehr werden.
da ich mich heute ganz besonders Montag fühle – Neuanfang, neue Unternehmungen, frischer Elan usw. sozusagen meine aktuellen Stimmungs-Tags sind –, siebe ich das Weltweitnetz nach interessanten Hinweisen für die Vielzahl neuer Ideen durch, die mir heute zurufen: Zweites Standbein! Drittes Standbein! Neuanfang! Ich widme mich, anders ausgedrückt, durchaus relevanten Tätigkeiten und praktiziere zukunftsorientiertes Handeln, ganz allein vor dem Monitor und im Yogasitz auf der Bürobank.
So stelle ich nach drei, vier Stunden Surfen unter anderem fest, wie viele Links ich derweil an interessierte Freunde und Kollegen verschickt habe – und nutze die Gelegenheit, dasselbe auch an dieser Stelle zu tun.
Eine meiner Mehrfach-pro-Woche-anklicken-Seiten ist Moderncat und aktuell nominiert für den blogluxe award, der im übrigen nur noch heute für eine Stimmabgabe geöffnet war. Gewählt wurden Blogs in den Kategorien:
This category, created by Swiffer, the title sponsor of the SocialLuxe Lounge, seeks to recognize a single blogger who’s got a knack for Cleaning up Beautifully.
This is the blog that you hate to love or love to hate. Either way, you find yourself reading it even when you really should be doing other stuff. You just can’t stop!
Recipes, tips, menu planning, restaurant reviews. Some call it food porn. Whether they are heart healthy or likely to induce sugar shock, these blogs fuel you.
Ein großer, wenn auch zeitintensiver Spaß, sich vom Ästchen bis aufs Stöckchen durch die Nominierungen zu klicken. Mütter finden ihr Glück z. B. auf www.momtrolfreak.com oder lernen für anstehende Geburtstagsfeiern Transformer-Kuchen nachzubacken, die sie auf Cake Wrecks gefunden haben. Alle vorzustellen, dafür fehlt es mir gerade an Zeit, vielleicht komme ich später darauf zurück, sobald ich sie selbst durchforstet habe.
Einige wenige haben heute zum Vollmond diesen Link bekommen: AstrologyZone wendet sich an jene Sterndeuter unter uns, die Englisch in komplexeren Texten verstehen und ein wie auch immer geoutetes Verhältnis zur Astrologie habe. Mir gefällt an Susan Millers Deutungen, dass sie IMMER freundlich sind. Von wem oder was kann man das schon behaupten.
Und für alle meine Facebook-Freunde gab’s aus gegebenem Anlass noch diesen göttlichen YouTube-Schnipsel: