Bravo, Coco

14. August 2009

cocoavantchanelposterSelten, aber doch manchmal gerate ich ins Schwärmen, und für den Film Coco avant Chanel oder Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft kann ich nicht anders. Mit einer unwesentlichen, aber eben doch Einschränkung: bitte das Publikum auf gar keinen Fall für stilsicher halten! Modisch zu sein glaubt es zwar sehr offensichtlich von sich selbst, aber was deshalb zumindest in Hamburg in der Passage an Outfits zur Schau gestellt wurde, war zu erschütternden 95 Prozent ein schlimmer Mix aus Pimkies, Vorstadtbutike, falschen Make-up-Farben und zuviel Parfüm. Ich rate daher zu einem Kino mit Sitzplatzreservierung und spätem Kommen. Am besten erst nach der Werbung – und dann ohne visuelle Belästigung direkt hineintauchen in einen wunderbaren,  den Emotionenfächer zärtlich wiegenden Film. Ich jedenfalls fühlte mich auf dem Heimweg wie in einem erkalteten Paralleluniversum und wäre am liebsten zurück in den Kokon dieses Bilderreigens geschlüpft, auch wenn es geborgte Gefühle sind, ein geborgter Moment, eine geborgte Begabung, die allerdings derart inspiriert, dass die Anschaffung einer Nähmaschine nur noch ein Frage der Zeit zu sein scheint.

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